Irgendwann ist es einfach so weit und eine Tapete will sich einfach kein weiteres mal mehr streichen lassen. Aufmüpfig rollt sie sich auf oder fällt gar ganz von der Wand. Spätestens dann wissen sie: Es ist Zeit zu Tapezieren.
Während manche es kaum erwarten können, sich als Tapezier-Meister hervor zu tun, empfinden andere schon beim Gedanken und lange Tapetenbahnen, die verknicken und einreißen, schon den blanken Horror. Dabei muss das nun wirklich nicht sein, hält man sich ab ein paar simple Grundregeln, ist Tapezieren kinderleicht.
Schritt 1: Suchen Sie sich eine Tapete aus. Auch wenn es verlockend ist, kaufen Sie nicht die billigste, damit tun Sie sich sicher keinen Gefallen. Überlegen Sie sich genau, ob es wirklich eine Tapete mit Muster sein soll, denn die genaue Anpassung der Übergänge von Bahn zu Bahn kann für Anfänger zur Zerreißprobe werden. Immer gut beraten sind Sie mit Rauhfaser-Tapeten.
Schritt 2: Errechnen Sie sich Ihren Bedarf. Machen Sie nicht den Fehler, sich zum Tapetenkauf aufzumachen, ohne sich Gedanken gemacht zu haben, wie viel Tapete Sie eigentlich brauchen. Messen Sie alle Höhen, Längen und Breiten des zu tapezierenden Zimmers und rechnen Sie aus, was Sie brauchen. Wenn es sich um Ihren ersten Tapezier-Versuch handelt, seien Sie im Zweifelsfall eher großzügig.
Schritt 3: Sorgen Sie für das richtige Werkzeug. Nichts ist frustrierender als mit schlechten oder falschen Werkzeugen zu heimwerkeln. Unverzichtbar zum Tapezieren sind: eine Tapezierschere, ein Tapeziertisch, eine Kleiderbürste, ein Kunststoffeimer, eine Tapezierbüste und -walze sowie ein Nahtroller. Um im Vorfeld alles richtig abmessen und ausrechnen zu können, brauchen Sie einen Zollstock oder ein Bandmaß, einen Taschenrechner und natürlich etwas zu schreiben. Auch Wasserwaage und Lot dürfen nicht fehlen. Unabdingbar ist außer der richtigen Tapete natürlich auch ein für die Tapete geeigneter Kleister. Lassen Sie sich im Zweifelsfall beraten, ein ungeeigneter Kleister kann Ihnen viel unnötigen Ärger bescheren.
Schritt 4: Bereiten Sie die Wände vor. Es ist unheimlich wichtig, dass Sie, bevor Sie mit dem Tapezieren loslegen, prüfen, ob der Untergrund trocken, sauber, glatt und saugfähig ist. Prüfen Sie nach dem Entfernen aller Unebenheiten und Tapetenreste, ob die Wand saugfähig ist, indem Sie einen Tropfen Wasser auftragen. Perlt das Wasser ab, ist die Wand nicht saugfähig genug. Ist das der Fall, besorgen Sie sich im Baumarkt eine Rollenmakulatur und behandelt die Wand damit. Verschwindet der Tropfen sofort und färbt die Wand dunkel, ist diese zu saugfähig, in diesem Fall müssen Sie die Wände vorkleistern.
Schritt 5: Tapezieren! Als erstes müssen Sie natürlich die Tapeten zuschneiden. Schneiden Sie die Tapete auf keinen Fall genau auf die Länge der Wand, sondern addieren Sie auf beiden Seiten großzügig ein paar Zentimeter hinzu. Am besten lassen Sie sich eine Bahn als ‘Muster’, so dass Sie nicht jede Bahn aufs Neue ausmessen müssen. Rollen Sie die Tapete mit der Hinterseite nach oben auf ihrem Tapeziertisch aus. Nachdem Sie ihren Kleister angerührt haben (lieber erstmal zu dick als zu dünn!) streichen Sie die Tapete gleichmäßig ein. Achten Sie darauf, dass auch die Ränder genug Kleister abbekommen. Sollte die trockene Tapete sich zu stark aufrollen, legen Sie eine Münze oder ähnliches auf die Enden. Nach dem Einkleistern muss die Tapete zusammengelegt werden und 10-15 Minuten einwirken. Klappen Sie dazu die mit Kleister bestrichenen Seiten aufeinander. Nach der Einwirkzeit kann es losgehen. Streichen Sie nun auch die Wand mit verdünntem Kleister an (dadurch können Sie die Bahnen später leicht verschieben) und zeichnen Sie mit Hilfe des Lots eine dünne senkrechte Linie an die Wand, die Ihnen als Anhaltspunkt für die Tapetenbahn dienen soll. Lassen Sie oben einige Zentimeter überstehen, diese werden anschließen an der Decke festgeklebt. Streichen Sie die Bahn langsam glatt und achten Sie darauf, dass Sie genau mit der angezeichneten Liene übereinstimmt. Ist das nicht der Fall können Sie leicht nachbessern, so lange der Kleister nicht nicht getrocknet ist. Haben Sie die richtige Position gefunden, streichen Sie kräftig mit der Tapezierbürste nach. Schneiden Sie nun vorsichtig die Überstände der Tapete am Boden und an der Wand ab, so dass sie Tapete bündig abschließt. Nehmen Sie sich für Ihre erste Bahn etwas Zeit, sie ist wichtig, da sie als Orientierungspunkt für die folgenden Bahnen dient. Luftbläschen können Sie leicht nach außen ‘rausbürsten’. Ist eine Luftblase gefangen, machen Sie einen kleinen Schnitt und streichen die Tapete danach wieder glatt.
Haben Sie diese Bürde genommen, geht eigentlich alles ganz leicht. Natürlich stehen Ihnen noch einige Problemzonen, wie Fenster und Kanten bevor, aber auch diese werden Sie mit etwas Geduld und der beschriebenen Methode sicher leicht meistern!